Winterbergwanderung
Winterberg, 26.12.2009
Vom Parkplatz Holzlagerplatz begonnen wir unsere Wanderung um 10.00 Uhr, wie jedes Jahr zum Winterberg. Es waren wieder viele mit bei der Partie, diesmal sollten es 17 Wanderfreunde sein.
Wir wanderten den Holzabfuhrweg entlang bei bestem Wetter, bis zum Wurzelweg der uns schnell zur Zwiselhütte führte. An einer Bank machten wir unsere erste Rast. Auf die kleine Bank passten natürlich nicht alle, so dass sich keiner getraute die Bank zu nutzen. Die kurze Rast wurde mit den mitgeführten Getränken und Gebäck ausgiebigst genutzt. Die Großen tranken Glühwein und die Kleinen Tee, zum selber Gebackenen. Bevor es weiter ging musste natürlich noch ein Gruppenfoto geschossen werden. Die Wanderung ging weiter auf dem Wurzelweg entlang, der sich schon bald für manch einen, der nicht so der Wanderer war, als stark ansteigende und nicht enden wollende Qual dar. Die ersten mussten zwar die Mütze schon wieder aufsetzen und den Schal um den Hals wickeln aber dafür hatten sie mehr Zeit für die zweite Pause. Alls alle wieder da waren ging es weiter auf dem Fremdenweg zum „Baum der Prüfung“. Der Baum hat ein größeres Loch im unteren Bereich. Es wird auch „Das Loch des Erschreckens“ genannt. Jedes Jahr wenn wir diesen Baum erreichen, steigen wir durch das Loch. Falls das Loch scheinbar kleiner und dünner wird, sollte man oben in der Gaststätte nicht so viel essen, nur im Falle wir kommen auf dem Rückweg noch mal am Baum vorbei.
Am Abzweig Roßsteig konnten wir noch einen kleinen Umweg laufen, weil wir noch eine Stunde Zeit hatten. Der Umweg führte uns zum Katzenstein, ein interessanter Block mitten im Wald. Über den Fremdenweg gelangten wir zur Gaststätte, aber kurz bevor wir diese erreichten, kreuzte uns noch eine Rotte von ca. 13 Wildschweinen. Das Essen in der Gaststätte war wie immer spitze. Der Rückweg ging auf der Winterbergstraße hinab zum Bergsteig, der am Hohlen Stein vorbei führt. Der Hohle Stein wurde auch gleich von uns beklettert, aber nur bis zur Sanduhr. Der Bergsteig zerrte bei so manchen auch noch einmal an den Kräften, aber auch das überstanden alle bis zur letzten Pause am Grenzweg. Da gab es noch eine Runde Schnaps und nach einer viertel Stunde verschnaufen, rappelten sich alle noch ein letztes Mal auf. Auf dem Holzlagerplatzweg konnten wir noch viele Buchecker essen, die auf dem Weg lagen. Mann kann sagen das war ein gelungener Ausflug und wird wohl wiederholt werden.
Vom Habstein bis zum Pilz
13.06.2009 Daubaer Schweiz
Schon länger haben wir diesem Tag entgegen gefiebert. Er sollte 02:00 Uhr am „LIDL“-Parkplatz beginnen, und so war es auch. Auf der Fahrt zum Parkplatz gab es auch schon das erst Foto gegen 01:50 Uhr in Struppen-Siedlung. Leider wurde dieses vom Straßenrand geschossen und kostete 25€. Als ich am Parkplatz in Bad-Schandau ankam, war Karsten schon da und wartete ungeduldig. Nach dem Umpacken von seinen Kletterutensilien in meinen viel zu kleinen Corsa, konnten wir uns auf die Route konzentrieren. Ich sollte der Fahrer und Karsten der Kartenscout sein. Der nächste Halt ist der „Habstein“, der wohl noch im Dunkeln stehen wird. Eine Stunde später konnte man den „Habstein“ sehen. Nach dem Parken haben wir noch mal kontrolliert, ob auch wirklich alle Türen verschlossen sind, was auch der Fall war. Zügig stiegen wir die Treppen zur Aussicht hinauf. In der Dunkelheit überkletterte erst Karsten, danach ich, die Brüstung und querten in die Südwand. Am Einstieg des vom Mondschein beleuchteten Südweg angekommen, kam erst einmal der Rucksack vom Rücken. Karsten hatte noch ein wenig Bedenken den Gipfel zu klettern. Die Tatsache, dass wir einen brüchigen Weg in der Nacht klettern wollten, gefiel ihm nicht. Die Bedenken konnte ich ihm jedoch schnell austreiben und so zogen wir unsere Klettersachen an. Das Seil am Gurt befestigt, die Schuhe angezogen, die Stirnlampe auf den Kopf gesetzt und schon waren wir bereit für diese vielleicht erste Nachtbesteigung des „Habstein“. Ich drückte an meiner Stirnlampe, nichts passierte. Ein zweites Mal drückte ich, aber sie blieb aus. Mein Blick schweifte entsetzt zu Karsten, der gleich einen Spruch machte: „Anders kenne ich dich ja nicht, klettern wollen, aber nicht mal nach den Batterien schauen.“ Das hatten wir schon mal in der Sandhöhle durch, als wir unbedingt zum zweiten Buch, mit nur einer Lampe kletterten. Ich wollte schon ohne Lampe klettern, da sagte Karsten: „Nimm meine, ist besser, da mache ich den Weg lieber ohne.“ gesagt, getan. Es ging schnell Richtung Himmel am Ring vorbei zu einer Schlingenstelle. Beim Legen dieser Zackenschlinge ging ein Stück der Zacke krachend ins Tal hinunter. Ich hatte die Schlinge um die Zacke gelegt und getestet ob diese auch hält. Karsten fragte noch mal ob das eine gute Idee ist hier hoch zu klettern. Meine Antwort folgte noch in seinem Fragen in Form des weiter klettern und einem kurzen „Ja“ Ruf. Nachdem ich auf dem Gipfel angekommen war, holte ich Karsten nach, der auf dem Rücken den Rucksack mit der Abseilöse und Equipment für das Setzen der Öse trug. Freudig umarmen wir uns und sagen „Berg Heil mein alter Kamerad“. Wir schauen in den langsam heller werdenden Himmel und die umliegende Berglandschaft. Nun, bevor es zum Gipfelbuch ging, haben wir uns nach langem überlegen für einen Standort der Abseilöse entschieden.
Die Abseilpiste soll direkt über den Südweg gehen, da das die sicherste Möglichkeit für eine Abseilöse ist. Das Installieren der Öse dauerte einige Zeit, sodass wir gegen 5:30 Uhr damit fertig waren. Karsten wollte unbedingt noch David zum Geburtstag gratulieren, also machten wir ein Foto von uns und der Burgmauer im Hintergrund. Kurze Zeit später wird sich wohl David über eine gelungene MMS gefreut haben.
Ich holte das Gipfelbuch und öffnete es mit Karsten gespannt. Da stand es, die letzte Eintragung war von uns und das im letzten Jahr. Wir lachten und konnten es kaum glauben das keiner mehr hier drauf war. Ein Spruch war auch schnell gefunden der wie folgt lautete: „Öse setzen das ist gut, denn zum Abseilen fehlt uns der Mut.“ Nun hatten wir die Aufgabe, die wir uns selber gestellt hatten, erfüllt ein sicheres zurückkommen vom „Habstein“ ermöglichen. Der Rückweg zum Auto erfolgte schon im hellen und das nächste Ziel war auch schon klar. …
Fortsetzung folgt….
Karsten-Jilge-Gedenkweg
Am 24.10.2009 traf ich mich mit Dave beim guten alten Fips, der noch am Sachen packen war. Als er das erledigt hatte, verstauten wir unsere Rucksäcke im Auto und fuhren zum Parkplatz an der Dürrkamnitz. Der starke Nebel ließ keine Sonne durch, aber es wurde auf dem Weg zum Gipfel schnell warm. Nach kurzem Lauf durch den schönen Böhmerwald, immer Richtung Grenzturm, kamen wir rasch an unserem Ziel an, dem Turm am Schacht. Die viel zu schweren Rucksäcke fielen schnell vom Rücken auf den noch regennassen Waldboden. Nach kurzem durchatmen kam auch Fips an, der wie immer sehr interessiert in der Gegend rum schaut und dadurch schnell mal abdriftet. Schnell wurde der neue Gipfel umschwärmt und jede Seite auf Herz und Nieren geprüft. Albi erklärte mir in einer Mail genauestens wo noch eine lohnende Möglichkeit einer Erstbegehung am Gipfel frei wäre. Diese war schnell gefunden und auch für gut befunden. Jetzt kletterten wir erst mal auf diesen Turm, um im Buch nachzulesen ob der Riss im Tal noch frei ist. Der Gipfel wurde von Moppi erschlossen, wie wir schnell feststellten und zu unserem Erstaunen lag das Gipfelbuch erst seit kurzem aus. Es waren erst drei Seiten beschrieben und der Weg den wir vor hatten noch nicht geklettert. Rasch fanden wir uns an den Rucksäcken auf sicherem Waldboden wieder. Ein kurzer Angstschauer erfasste mich, als ich so manches Problem, welches mich erwarten könnte, in meinem Kopf vorspielte. Diese Angst zwang mich noch einmal zum anschauen des Weges. Das Fachsimpeln mit Fips am Einstieg war wie immer sehr erregend und schnell war die Angst wie weg geblasen. Nach genauerem schauen erkannten wir im oberen Teil eine recht gute Schlingenmöglichkeit, einen Kinderkopf. Da traf eine Frau bei uns an, die ich vom sehen her als Frau von Matze enttarnte. Im Schlepptau Riss-Jörg und ihren Mann Matze. Jetzt war alles klar zum klettern. Der Gurt und die Schlingen waren schnell angelegt. Nun am Einstieg stehend, die Schuhe schließend, begonnen die ersten Klettermeter. Die Hände umschlossen eine solide, scharfe Hangel. An dieser erreichte ich besser als gedacht eine Erweiterung, wo sich tief im Rissinneren zwei kleinere Blöcke verklemmt hatten. Der obere Block erschien mir, da ja noch keine Schlinge lag, als geeignet zum legen einer moralischen Unterstützung. Der Riss machte Platz für meine linke Hälfte und da kam auch die Schwierigkeit, ein Aufschwung. Ich versuchte mich aus dem sich wieder verengenden Riss raus zu schieben. Doch leider gelang mir das nicht und kletternd ging es nach unten zum Einstieg zurück. Jetzt war der Riss-Spezialist Jörg an der Reihe. Riss-Jörg war schnell an der Stelle meines Scheiterns angekommen. Er machte aber nicht den Fehler, sich in dem Riss zu verklemmen und so gelang es ihm die Schlingenstelle zu erreichen. Er legte in einer nicht sehr schönen Beinstellung und leicht zitternd die so notwendige, wie er sie nannte, Schlange. Diese Schlange ringelte sich in den Riss hinein und lag äußerst stabil. Nun war der Rest des Weges für ihn kein Problem mehr und schnell erreichte er den Ausstiegskamin. Alle kamen ohne größere Probleme hinterher und bedankten sich bei Jörg, mit einem Berg Heil, für diese schöne Klettertour.
100 Jahre Quargelstein am 17.10.2009
Im Sommer 2007 entstand bei einer Klettertour im Kummer-gebirge die Idee, den Quargelstein zu seinem 100-jährigen Jubiläum einen Besuch abzustatten, komme was wolle. Die Zeit verging und dieser Tag rückte näher und näher. Noch im Mai 2009 waren wir, wie jedes Jahr um diese Zeit, in Tschechien unterwegs. Unsere Kletterlust führte uns erneut zu dem bedeutendsten Gipfel des Gebietes, dem wunderschönen Quargelstein. Die Pläne wurden immer präziser. Boofen am Vorabend, Wache haltend am Einstieg und wartend auf den neuen Tag, um mit Stirnlampen bewaffnet den Gipfel vor allen anderen zu erklimmen. Es waren aber noch ganze fünf Monate Zeit bis zu diesem einmaligen Erlebnis und unsere Vorfreude wuchs.
Doch viele unvorhersehbare, schöne und erfreuliche aber auch traurige Ereignisse sollten unsere Pläne beeinflussen…
Durch den Kontakt zu anderen Kletterkameraden erfuhren wir, dass wir nicht alleine mit diesem Vorhaben waren. Wie so oft bei lange zuvor geplanten Touren, ist das Wetter die unsicherste Komponente. Eigentlich untypisch für diese Jahreszeit, setzte drei Tage zuvor plötzlicher Schneefall ein. Eine Änderung war nicht abzusehen und unser Plan schien zu zerplatzen. Statt am Einstieg des Quargelsteins zu boofen, trafen wir uns bei mir. Uta und Mario berichteten von ihren Urlaubserlebnissen in Österreich und das steirische Radler schmeckte auch ganz gut. Trotz dass der Schnee sich seit dem Morgen zu einem Dauerregen verwandelte und keiner mehr an das Vorhaben Quargelstein glaubte, änderte sich die Lage nach einer E-Mail plötzlich doch noch. Andere Bergfreunde teilten uns darin mit, dass die Jubiläumsbesteigung auf jeden Fall stattfinden wird. Schnell waren Zeit und Treffpunkt ausgemacht und nach nur wenigen Stunden Schlaf ging es auch schon los…
Wir trafen uns noch vor Sonnenaufgang in Bad Schandau und fuhren mit Denise, die gerade von der Nachtschicht kam, Richtung Kummergebirge. Auf dem Parkplatz angekommen, standen schon zwei Autos da. Unsere Bergfreunde waren, wie in der E-Mail angekündigt, bereits vor Ort. Wir machten uns wetterfest und liefen zum Gipfel. Vom Weg aus sahen wir nach ca. zehn Minuten endlich den Quargelstein in seiner imposanten Gestalt. Aber nicht nur diesen, auch drei Kletterer waren bereits auf dem Gipfel zu erkennen. Mario rief instinktiv hinauf: “Wartet ihr auf uns?” und seine Frage wurde mit einem deutlichen “Ja!” beantwortet. Zügig erreichten wir den Einstieg, wo wir Albi gerade zum Ring klettern sahen. Wir hatten gerade genug Zeit um unsere Klettersachen anzuziehen, da viel auch schon das Seilende vom Gipfel zu uns herrunter. Rasch erstiegen wir den Fels. Bevor die letzten beiden Kletterer ihr Ziel erreichten, schallte ein “Ahoi” durch die Wälder des Kummergebirges. Karel war am Horizont zu erkennen und nahm einen kernigen Laufschritt ein. Dave war der letzte in unserer Seilschaft und wollte gerade mit dem Aufstieg beginnen, als ihm Karel noch sein Seil an den Gurt band. Wir staunten nicht schlecht, als dieser alte Herr mit gebundenem Seil um die Brust den Gipfel erreichte.
Nach einem “Berg Heil” und dem Jubiläums-Eintrag ins Gipfelbuch, informierte Albi uns noch über die geschichtlichen Hintergründe zu den Erstbesteigern und deren Kletterclub. Die Freude war groß, nach 100 Jahren die ersten zu sein, die den Gipfel über den “Alten Weg” bestiegen haben. Am 17.10.1909 wurde der Quargelstein allerdings noch ohne künstliche Tritte und Ring erklommen und war somit um einiges schwerer einzustufen. Nachdem alle wieder abgeseilt waren, gab es zum Aufwärmen reichlich Glühwein. Während sich noch einige angeregt unterhielten und andere der Hangsicherung widmeten, traf der tschechische Chefredakteur der CAO-News ein. Ein Gruppenfoto wurde aufgenommen und wer weiß, vielleicht ist es bald in den neuesten Nachrichten dieser Online-Zeitung zu finden. Wir lassen uns überraschen und freuen uns auf die nächsten Erlebnisse.
Hrensko
Heute waren wir mal wieder in der Böhmischen Schweiz, in Hrensko, zu einer kleinen Klettertour unterwegs. Leider haben wir nur zwei Gipfel geschafft, die Grenzscheibe und den Tankwart. Doof war allerdings, dass ich meinen Flip Flop eingebüßt habe, aber selber Schuld, was haben die Dinger auch im Wald zu suchen. Nach einem wunderschönen Abendrot am Himmel wurde es schon wieder viel zu früh dunkel. Wo ist nur der Sommer geblieben? Der Rückweg gestaltete sich noch als ein wenig abenteuerlich. Wir mussten uns durch Urwälder schlagen, Privatgrundstücke ungesehen passieren und über meterhohe Eisenzäune klettern. Aber selbst unser jüngster Mitstreiter hatte im Alter von 6 Jahren einen mords Spaß dabei!